Kenia im Fernsehen :: TV Tipps
14.07.2007, 08:50 - 09:50, VOX
Zwischen Müll und Hoffnung
Straßenkinder in Kenia
Vor Jahren waren sie noch ein Phänomen der Metropolen in Afrika, heute sind sie längst auch Teil des Straßenbildes der Kleinstädte in der Provinz: Straßenkinder. Armut und Aids sind die Hauptursachen der wachsenden Zahl von Straßenkindern in Kenia. Im vergangenen Jahrzehnt fielen Zehntausende von Eltern der Aids-Epidemie zum Opfer. Viele Großeltern - meist arme Bauern - waren damit überfordert, die vielen Enkel durchzufüttern. Diese und weitere Gründe führten dazu, dass immer mehr Kinder auf der Straße landeten.
Dort beginnt ein Teufelskreis, entwickelt sich eine Eigendynamik des Straßenlebens. Die Jungen leben im Müll, betteln, stehlen und werden verscheucht wie Straßenhunde. Von dem wenigen Geld, das sie bekommen, kaufen sie billigen Schusterleim, den sie ständig als Droge schnüffeln. Über Monate und Jahre hinweg 'zerfrisst' er ihre Gehirne.
Die Straßenmädchen verdienen ihr Geld als Prostituierte in den Slums. Viele werden mit 12 oder 13 Jahren schwanger. Die Straßenkinder produzieren dann selbst die nächste Generation von Straßenkindern. Gleichzeitig verbreiten sie das HIV-Virus unter den Männern im Slum, die es wiederum in ihre Familien tragen.Am Beispiel der Provinzhauptstadt Nyeri im kenianischen Hochland wird die Situation, der Alltag und das Leben der Straßenkinder dargestellt. Es sind Bilder, Geschichten und Schicksale von jungen Menschen, die unter menschenunwürdigen Bedingungen ihr Leben fristen müssen. Es gibt aber auch Hoffnung. Sowohl seitens des Staates als auch der Kirchen werden erste Hilfsprojekte für die Kinder angeboten.
In 'Zwischen Müll und Hoffnung - Straßenkinder in Kenia' werden mehrere Kinderheime in Nyeri besucht. Diejenigen, die dort eine Unterkunft finden, haben nicht nur ein Dach über dem Kopf und zu essen, sie haben auch eine Chance auf Ausbildung und somit wieder eine Zukunft für ihr Leben. Aber nicht alle Straßenkinder haben ein solches Glück, denn die Anzahl der Straßenkinder wächst schneller als die der Heimplätze.